Atemhilfsmuskulatur
| Ursprung | Halswirbelsäule, Sternum, Clavicula, Rippen (je nach Muskel) |
|---|---|
| Ansatz | Rippen 1-12 (je nach Muskel) |
| Funktion | Erweiterung des Thorax bei erschwerter Einatmung Steigerung des Atemzugvolumens bei Belastung |
| Innervation | Plexus cervicalis, Nn. intercostales (je nach Muskel) |
Intro
Die Atemhilfsmuskulatur wird bei körperlicher Belastung oder erschwerter Atmung (z.B. COPD) zusätzlich zum Zwerchfell aktiviert.
Zugehörige Muskeln (Einatmung):
• Mm. scaleni
• M. sternocleidomastoideus
• M. pectoralis minor
• M. serratus posterior superior
Zugehörige Muskeln (Ausatmung):
• Mm. intercostales interni
• Mm. abdominis
• M. serratus posterior inferior
Anatomie
Das Zwerchfell ist der Hauptatemmuskel und leistet in Ruhe ~70% der Atemarbeit. Die Atemhilfsmuskulatur übernimmt bei Belastung oder Erkrankung zusätzliche Atemarbeit. Bei COPD-Patienten ist die Atemhilfsmuskulatur dauerhaft aktiviert.
Biomechanik & Kinetik
Bei fixiertem Schultergürtel (Abstützen) können M. pectoralis minor und M. serratus anterior den Thorax aktiv anheben (Umkehr von Punctum fixum und mobile). Diese Technik ist für Atemübungen in der Physiotherapie relevant.
Pathologie & Klinik
COPD, Asthma (gesteigerte Atemhilfsmuskelaktivität)
Atemmuskelermüdung bei intensiver Belastung
Zwerchfell-Parese (Ersatz durch Atemhilfsmuskulatur)
Verkürzung der Atemhilfsmuskulatur bei Rundrücken
Diagnostik
Beurteilung der Atemhilfsmuskeln (Sichtbefund)
Atemmuskelkraftmessung (MIP/MEP)
Spirometrie
Palpation und Inspektion
Therapie
Atemtherapie und Atemschulung
Entspannung der Atemhilfsmuskulatur
Zwerchfelltraining
Haltungskorrektur zur Entlastung